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Fjällbacka

Bebauung

Fjällbacka

Fjällbacka wird bereits im 17. Jahrhundert erwähnt, war aber damals noch recht dünn besiedelt. Das gleiche gilt für alle Fischersiedlungen längs der Küste, die in ihrer heutigen Struktur einer späteren Zeitperiode zuzuordnen sind; vieles kam im 18. und 19. Jahrhundert hinzu. Man erweiterte die Gebäude mit An- und Zubauten, wenn beispielsweise aufgrund von größeren Heringsfängen der Wohlstand zunahm. Dies war oft eine Art Versicherung für den Fall, daß der Mann auf See ums Leben kam.

Vetteberget

Der Name Veddeberget stammt von dem altnordischen viti, das ein Zeichen oder Landschaftsmerkmal bezeichnete. Es bezieht sich auf den Steinhaufen auf dem Gipfel. Solche Steinhaufen sind in den Schären üblich; sie dienten als Seezeichen oder sogenannte vedde. An dem südlichen Ende der Kungsklyfta führt eine Holztreppe den Berg hinauf, wo man, 74 m über dem Meer, eine hinreißende Aussicht über Fjällbackas Schären hat.

Kungsklyftan

Hinter dem Eisenlager am Marktplatz beginnt die Kungsklyfta (Königsschlucht). Der alte Name lautet Ramneklovan (Ravn bedeutet auf altnordisch "Rabe"). Die Schlucht erhielt den Namen Kungsklyftan nach dem Besuch von König Oskar II in Fjällbacka im Jahre 1886, als man an der Mündung den Namen des Königs einmeißelte.

Aussichtsplatz

Fjällbacka aus Meer

Die Schlucht diente auch als Kulisse bei den Filmaufnahmen zu Ronja Rövardotter in der Szene, als man aus der Schlucht herausritt; hier hatte die Schlucht den Namen Vargklämman (Wolfsklamm). An der gleichen Stelle führt eine Treppe hinauf zu einem Aussichtsplatz 74 m ü.d.M., wo man einen guten Überblick über weite Teile der Schären Fjällbackas hat. Am Aussichtsplatz beginnt ein ein Kilometer langer Pfad über den Berg, der am Heimatmuseeum Nestorsgården endet.

lngrid Bergman

Die weltberühmte Schauspielerin Ingrid Bergman wird oft mit Fjällbacka in Verbindung gebracht. Sie hatte besondere Vorliebe für die Insel Dannholmen, zu der sie oftmals von ihren Arbeiten in aller Welt zurückkehrte. Der Marktplatz in Fjällbacka trägt heute den Namen Ingrid Bergmans Torg, wo sich auch eine von dem Künstler Gudmar Olofsson geformte Bronzebüste von ihr befindet, umgeben von roten Ingrid-Bergman-Rosen. Der Granitsockel stammt von Dannholmen, und die Büste blickt in diese Richtung.

Fjällbacka heute

Gegenwärtig spielt Fjällbacka keine Rolle mehr als Fischereiort. Die größeren Fischerboote, ausgerüstet mit Motoren mit Verdichtungszündung, gibt es hier nicht mehr. Übriggeblieben sind einige kleinere Fischerboote, mit denen eine variierende küstennahe Fischerei betrieben wird. In dem früher als Järund bekannten Betrieb findet ein großer Teil der Erwerbstätigkeit statt; hier werden Kunststofffolien für die Verpackungsindustrie hergestellt. Fjällbacka hat 836 Einwohner (2000).

Kleiner historischer Rückblick

Wie es üblich war in früherer Zeit, nannte man den Ort Fjällbacka strand. Grebbestad wurde beispielsweise manchmal nur Stranne genannt. Man denkt heute vielleicht nicht so viel an die ungleiche Prägung der Küstenorte, aber es ist eine Tatsache, daß ihre Entstehung und spätere Entwicklung oft ganz unterschiedlich verlief.

Anschovis

Wie war es nun?: Stimmt es, daß die als Anschovis bekannte Fischkonservierung in Fjällbacka ihren Anfang hatte? Ja, so soll es gewesen sein. Zoologisch gesehen, ist Anschovis eine Sprotte, eine Art in der Familie der Heringsfische. Er ist silberglänzend und im Aussehen dem Hering ähnlich. Anschovis aus der Familie der Anschovisfische ist dagegen ein ganz anderer Fisch, in Konserven eingelegt bekannt als Sardelle.

Gustav Andersson

Es war im Jahre 1840, als ein rühriger Seekapitän namens Gustav Andersson nach Fjällbacka zog. Zwei Jahre später erwarb er ein Grundstück in der Absicht, mit Hering als Rohware zu arbeiten. Durch Kontakte mit Norwegen erhielt er Kenntnis von einem in Holzfässer eingelegten gewürzten Hering. Diese Art Hering einzulegen war in Schweden nicht bekannt, man konservierte damals Hering nur mit Salz. Nun begann der Seekapitän als Inhaber einer Salzerei selbst mit verschiedenen Gewürzmischungen zu experimentieren.

Neues Konzept

Gustav Andersson gelang es, Sprotten auf eine wohlschmeckende Art einzulegen. Bald wurde in dem erworbenen Anwesen Fjällbacka Ansjovis zubereitet. Gustav Andersson hatte ein gewinnträchtiges Konzept entwickelt, und Anschovis wurde schnell beliebt, vor allem im Ausland. Zunächst benutzte man Holzfässer zur Einlage, doch schon bald sollte eine neue Technik hervortreten.

Konservenindustrie

Anschovis wurde auch in Schweden populär. Von entscheidender Bedeutung dafür war eine neue Art der Verpackung. Handwerksmäßig hergestellte, von Hand zusammengelötete Blechbüchsen, kamen auf. In den 1870er Jahren wurden die ersten Falzmaschinen entwickelt, mit denen man aus Blechplatten Büchsen auspressen konnte. Diese Falzmaschinen wurden ihrerseits von Dampfmaschinen angetrieben. G. Richter aus Lysekil war es, der diese Neuheit einführte. Dies war der Anfang einer erfolgreichen Epoche für die Konservenindustrie.

Väderöarna

Außerhalb Fjällbackas liegt ein unfangreiches Schärengebiet. Im 19. und einem ziemlichen Teil des 20. Jahrhunderts waren die Schären das ganze Jahr über bewohnt und sprühten von Leben und Aktivitäten. Heute gibt es nur noch eine Handvoll Einwohner, aber doch noch hinreichend genug für eine eigene Postbootslinie. Das Postboot gehört zum lokalen Ortsverkehrsnetz unter der Verwaltung von Västtrafik. Am weitesten außerhalb liegen die Väderöarna, früher ein Platz für Lotsen, Wetterbeobachtung und Leuchtturm, wo zig Familien ganzjährig lebten. Heute gibt es dort statt dessen ein populäres Wanderheim (Jugendherberge).

Leif Karlsson © 2004

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